Japan

Reisetagebuch – Ein Tag in Nara

Ein Tag in Nara

Ich könnte in der Stadt Nara in Kansai, nur jeweils eine Stunde von Kyoto und Osaka entfernt, eine Ewigkeit verbringen. Für normale Touristen kann man hier aber in einem Tag sehr viel sehen, Kultur erleben und sich Kulinarisch verwöhnen lassen.

Da ich auch schon meine neuen Mitbewohner herum geführt habe, möchte ich euch hier das bezaubernde Nara und meinen Tagestourplan mit den Must See’s vorstellen.

Nara ist eine Stadt, die viel zu bieten hat.

Mehrere Tempel und Schreine gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, freilaufendes japanisches Rotwild frisst einem die Karte aus der Hand und war gut 70 Jahre offizielle Kaiserstadt.

Nara besitzt zwei zentrale Bahnhöfe, die jeweils von Zügen der Kintetsu und der JR Line angefahren werden. Touristenbüros liegen jeweils im Bahnhof oder direkt um die Ecke. Von beiden Bahnhöfen aus kann man bequem innerhalb von zehn Minuten zum Nara Park schlendern und das auf einer geraden, großen Straße. (Sich hier zu verlaufen ist äußerst schwer)

Hotels und Gasthäuser gibt es in allen Formen, Farben und Preisklassen.

Generell kann man in Nara fast alle Sehenswürdigkeiten problemlos per Fuß erreichen, aber es fahren auch zahlreiche Busse von den Bahnhöfen zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten.

Beginnen wir also mit dem Tag in Nara.

Frühstück

Am Besten mit Frühstück.

Auf dem Weg vom JR Bahnhof zum Nara Park kommt man an einem Café Bistro vorbei, dass den Namen „Kohikan“ trägt. Es handelt sich um Kette, die mehrer Geschäfte in Japan führt.

Um guten Kaffee im Land des grünen Tees zu finden, muss man manchmal suchen.

Hier wird man fündig. Dazu gibt es allerlei Leckereien, auch Mittagessen.

Meine persönliche Empfehlung ist ein Winterende-Frühlingsanfang Spezial Pfannkuchen.

Er trägt den klangvollen Namen Strawberry Vanilla Hot Cake à la Mode und in Kombination mit einer Tasse frischem Bohnenkaffee kostet das Set um die 7€. Und das ist es Wert, es ist einfach göttlich. Außerdem bekam ich für meine drei Sammelcoupons ein kleines süßes Handtuch in niedlicher Cupcakeverpackung.

Strawberry Vanilla Hot Cake à la Mode
Frischer, simpler, guter Kaffee – eine bedrohte Art in Japan
Ein kleines Present für die Wiederholungstäter

Erste Station – Kokufji Tempel

Folgt man der Straße geradeaus vom Bahnhof ist der buddhistische Kokufuji Tempel einer der ersten, die man sieht.

Momentan wird ein großer Teil renoviert und ist erst 2018 wieder zugänglich. Das, was nicht in dicke Planen gehüllt ist, lässt sich jedoch auch sehen und hier ist eine gute Stelle, um sich mit den freilaufenden Rehen vertraut zu machen.

Später werden es nämlich viel mehr auf einem Haufen sein…

Diese kleine Statue darf man mit Wasser bespritzen
Eine der Pagoden auf dem Gelände
Scheut euch nicht die Glücke zu läuten und die japanischen Götter um etwas zu bitten
Für gewöhnlich wirft man 5 Yen bei einem Schrein hinein, da die Worte „Go En (fünf Yen)“ auch „gute Beziehungen“ heißen können und Glück bringen sollen
Eine Halle und eine große Pagode
Noch sind die Menschen in der Überzahl…
Japanische Architekur hat etwas majestätisches

Zweite Station – Nara Park

Genau genommen befinden wir uns schon in Nara Park, dennoch sollte man sich ruhig die Zeit nehmen, ein wenig durchs Grün zu schlendern, vor Rehen wegzurennen und durch Zufall auf den ein oder anderen schönen Ort zu stoßen.

Ohne zu trödeln könnte man Nara Park in gut einer Stunde komplett durchqueren, aber Trödeln löhnt sich. Überall gibt es kleine Verkauffstände mit Rotwildfutter, Essen und Trinken.

Die Süßkartoffeln sind sehr zu Empfehlen, aber ihr solltet sie schnell verspeisen oder sicher verpacken, sonst seid ihr ganz schnell von einer Horde Rehe umzingelt.

Aus diesem Brunnen ist ein merkwürdiger Glockenklang zu hören. Mysteriös. Lag auch daran, dass die Erklärung mit zu vielen Kanji gespickt war…
Das Rotwild ist sehr zutraulich und normalerweise friedlich. Außer man hat Essen oder Papier in der Hand.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass es sich um wilde Tiere handelt
Mhmm Menschenfleisch! Kleiner Scherz, meine Karte wurde aufgegessen
Was für ein Fahrgestell!
Sie sind weich und flauschig
Ein Pavillon, dessen Name mir entfallen ist
Es gibt auch eine Pflaumenblütengarten
Ein kleines Rehkitz – man kann sie übrigens auch streicheln und für ca. 1€ Futter kaufen

Dritte Station – Kasuga Taisha

Beim Kasuga Taisha handelt es sich um einen shintoistischen Schrein am Fuße eines Berges.

Wenn man Nara Park durchquert gelangt man zu dieser Sehenswürdigkeit und der Fußmarsch lohnt sich. Es geht ein bisschen bergauf, jedoch ist der Weg kaum anstrengend und wird mit dem Anblick von unzähligen moosbewachsenen Steinlaternen und faul herumliegenden Rehen belohnt.

Für ca. 3,50€ Eintritt kann man den Schrein betreten und sich die Gärten und hinten gelegenen Minischreine ansehen. Sehr süß sind übrigens die Omikuji, Orakelpapiere, mit einer kleinen Rehstatue für 5€.

Außerdem liegen auf dem Weg dorthin ein traditionelles japanisches Teehaus und ein botanischer Garten, die sich perfekt für ein kleines Mittagessen und ein kleines Päuschen eignen.

Wenn einem das nicht so recht mundet, so kann man, wenn man anstatt denselben Weg zurück zu gehen, auf der Rückseite zurück geht, viele Restaurants finden sowie eine Wanderroute auf den Gipfel des „Bergs“(so hoch ist er nicht, mehr ein Hügel).

Aber das ist nicht die nächste Etappe in meiner Tagestour.

Der Eingang zum Weltkulturerbe
Kasuga Taisha von außen
Hier wäscht man sich die Hände
Japanische Steinlaternen
Kasuga Taisha
Aufwendige Laternen prägen das Bild des Tempels
Der Garten ist ebenfalls wunderschön

Vierte Station – Todaiji



Der riesige, imposante Todaiji Tempel ist der Touristenpunkt schlechthin, Souvenirläden, Rehe und Touristen drängen sich durch die Straßen, doch dieser Tempel ist einen Besuch wert.

Für ca. 4€ kann man in den Todaiji Tempel und auch wenn man sich nicht sonderlich dafür interessiert – hier hinein sollte man unbedingt gehen!

Zuerst passiert man dieses Tor. In den Seitenpfeilern sind große Statuen
Das Todaiji Haupttor – der Eingang ist jedoch gut versteckt auf der rechten Seite, im Bild nicht mehr zu sehen
Der Schrein wirkt auf dem Foto nicht so groß, ist aber gigantisch
Beim Eintreten wird man erwartet
Um die Größenverhältnisse etwas klarer darzustellen
Im Inneren findet sich diese kolossale Statue
Dem steht die gute Laune ins Gesicht geschrieben
Eine Hand. Eine riesige Hand
Noch eine Statue

Wenn man alles zu Fuß bewältigt, dürfte man inzwischen recht geschafft sein – auf dem Weg zurück gibt es noch den Himuro-Schrein und ein paar alte Häuser zu sehen, so wie das Museum.

Für’s Abendessen empfehle ich zurück ins Stadtinnere zu gehen und sich etwas Leckeres, reichhaltiges wie Okonomiyaki oder Shabu Shabu zu gönnen.

Wer noch Lust auf Shopping hat, kann sich in den Passagen und Seitenstraßen austoben.

Man sollte auch keine Angst haben, als Tourist zu stranden – Nara ist gut vernetzt, es gibt Karten in mehreren Sprachen, auch in Deutsch, und viele Restaurants haben englische Menüs und Personal, dass dem (j)englisch mächtig ist.

Für diejenigen, denen japanische Küche nicht mundet, gibt es McDonalds, KFC, Coco Curry und diverse andere Restaurants, die westliche Küche anbieten.

Es gibt viel zu entdecken und in diesem einen Tag hat man bereits viel gesehen und doch nichts. Da gäbe es noch die Nachbildung des Palastes und gefühlte zehntausend kleine Tempel und Schreine.

Hier noch ein paar Eindrücke von den Straßen außerhalb des Parks:

Sehr leckere Mochi, sollte man probieren!

Gute Nacht!

Was bisher nur Prag geschafft hat, hat Nara auch geschafft. Es hat mich verzaubert, mein Herz im Sturm erobert.

Nara hat Etwas.

Inmitten des bunten japanischen Treibens liegt es mit seinen Parks und Wäldern und seinen Rehen friedlich, doch nicht still. Einsam und doch gut bevölkert. Klein und kompakt und doch groß und weitläufig.

Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich gerne ein Auslandssemester an einer Universität in Nara verbringen!

Danke für’s Lesen!

Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen Lust gemacht, euch Nara anzusehen. Oder Japan überhaupt.

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