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[Reihenvorstellung] Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder (Trilogie)

Hallo ihr Lieben!

Ich habe vor kurzem endlich wieder eine Reihe beendet und die möchte ich euch heute vorstellen!

Und zwar geht es um eine Trilogie aus dem Genre Fantasy/Mystery.

„Die Insel der besonderen Kinder“, „Die Stadt der besonderen Kinder“ und „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs.

Das ganze ist als Jugendbuch gedacht, hat aber viele ernste Themen und düstere Momente, weshalb ich sie eher so ab 15/16 empfehlen würde. Die Reihe ließ sich auch als Erwachsener ganz wunderbar lesen.

Ich werde inhaltlich genauer auf Band 1 eingehen, Band 2 & 3 ansprechen, aber nicht explizit spoilern. Über die Enden der jeweiligen Bücher verrate ich nichts, Andeutungen kommen aber vor, wenn ich kurz den Inhalt zusammenfasse.

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Worum geht’s?

Jacob Portman fristet ein recht ödes Teenager Dasein. An die fantastischen Geschichten seines senilen Großvaters über das mystische Haus der Miss Peregrine und ihrer besonderen Kinder mit magischen Fähigkeiten, glaubt er schon lange nicht mehr. Bis sein Großvater angegriffen wird und stirbt. Jacob erblickt eine Kreatur, so scheußlich wie sein schlimmster Albtraum. Um das Ganze zu verarbeiten besucht er mit seinem Vater die britische Insel, auf der sich das sagenumwobene Haus befinden soll. Und im nebligen Moor findet er das Haus, das durch eine Bombe im zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört wurde. Aber dann stolpert er durch eine Zeitschleife direkt in das größte Abenteuer seines Lebens hinein.

Damit beginnt die magische Reihe und sie wird noch viele Schwierigkeiten für Jacob und die besonderen Kinder bereithalten.

 

Design:

Ich liebe die Cover. Die gruseligen und seltsamen Fotos, die wirklich aus den Schätzen von Sammlern kommen und das schlichte und dennoch verschnörkelte Design im und auf dem Buch macht es einfach zu einer optischen Bombe. Ich LIEBE die Aufmachung. Die Fotos im Buch lockern das Ganze auf, aber dennoch wird die Vorstellungskraft nicht gänzlich zerstört. Es passt einfach.

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Schreibstil:

Ich fand den Schreibstil für ein Jugendbuch angemessen und dennoch anspruchsvoll und gehoben. Ähnlich wie die Schnörkel und Fotos waren die Beschreibungen auch detailreich und sorgfältig, ohne einen zu erschlagen. Leise Momente hatten ebenso viel Platz wie turbulente, actionreiche Szenen, die immer sehr gut und angemessen beschrieben wurden immer mit dem Maß an Detailgrad der angebracht war. Für mich vorbildlich und sehr lebendig. Ich hatte das Gefühl mittendrin zu sein und konnte mir alles sehr gut vorstellen, ohne dass mir jeder Punkt vorgekaut wurde.

Inhalt:

Falls ihr euch bezüglich Band 1 gar nicht spoilern lassen wollt, solltet ihr diese Reihenvorstellung erst nach dem Beenden von Band 1 lesen. 😉

Band 1 ist tatsächlich rückblickend für mich der schwächste Band. Es geht langsam los, wir starten mit Jacob und fristen mit ihm das öde Dasein in den USA, erleben Freunde, Familie und Alltag. Der Lichtblick und das, worauf wir als Leser hinfiebern sind die Geschichten seines Opas. Er floh als Junge aus Polen vor den Nazis und schaffte es auf die britische Insel Cairnholm wo er in einem Waisenhaus landete, das von Miss Peregrine geleitet wurde. Dort lebten besondere Kinder und auch Emma, das Mädchen, das Feuer machen kann und in das Großvater Portman einst verliebt war.

Alle tun die Geschichten als Hirngespinst ab, die gesammelten Fotos als Manipulation. Es sei seine Art, den Holocaust und den Krieg zu verarbeiten. Als Großvater Portman jedoch angegriffen wird und stirbt, sieht Jacob, der zu Hilfe eilt gerade noch eine scheußliche Kreatur im Wald verschwinden.

Obwohl er danach zu einem Therapeuten geht, lassen ihn die Geschichten seines Großvaters nicht los. Was, wenn doch etwas dran ist?

Und so besucht er mit seinem Vater endlich die titelgebende Insel. Von Miss Peregrine und den besonderen Kindern gibt es aber zuerst keine Spur, das Haus wurde von einer Bombe zerstört und niemand hätte überlebt. Aber Jacob stolpert durch das Portal und gelangt so in die Zeitschleife, wo die besonderen Kinder leben und nicht altern, da sie den Tag des Bombenfalls jeden Tag aufs Neue durchleben.

Jacob trifft auf Emma, das Feuermädchen, und Millard, den unsichtbaren Jungen, die zuerst skeptisch sind. Die besonderen Kinder müssen nämlich vorsichtig sein, dass die weißäugigen Wights und ihre grauenvollen Monster, die Hollows, es auf sie abgesehen haben.

Als klar wird, dass Jacob der Enkel von Abraham Portman ist und nach dessen Tod herkam, mischen sich Freude über den Neuankömmling mit Trauer über den Tod eines alten Freundes. Während Jacob langsam die Welt der besonderen kennenlernt und zwischen der Zeitschleife und dem normalen Cairnholm hin und herreist, gibt es einige Todesfälle und es scheint, das grausame Monster, das seinen Großvater getötet hat, ist ein Hollow und hat nun die Zeitschleife gefunden.

Gemeinsam müssen sich die besonderen Kinder und Jacob gegen die drohende Gefahr wehren.

Die aufflammende, zarte Freundschaft zwischen Jacob und den besonderen Kindern, vor allem mit Emma, mit der ihn mehr zu verbinden scheint, wird im Laufe des Abenteuers häufiger auf die Probe gestellt.

In Band 2 (markiere, um zu lesen)geht es vor allem um die besonderen Kinder, die mit der in Vogelgestalt gefangenen Miss Peregrine durch das kriegsgeprügelte England versuchen, eine weitere Ymbrine zu finden und dabei auf Gefahren und neue Verbündete stoßen.

In Band 3 (markiere, um zu lesen) sind Jacob, Emma und Hund Addison auf sich gestellt und kämpfen sich tapfer durch Devil’s Acre, um ihre Freunde aus den Fängen der Wights zu befreien und Caul und ihre Feinde endgültig zu besiegen.

Das Buch verbindet die alten Fotos gekonnt mit einer spannenden tiefgehenden Story, die trotz ihrer Magie die Welt der normalen Menschen niemals aus den Augen verliert. Die Kulisse des kriegsgebeutelten Englands und der Nazis, der Flucht und der Schwierigkeiten der damaligen Zeit ist bombastisch. Ransom Riggs hat hier viele schwierige Themen aufgegriffen. Krieg, Flucht, Traumata und das erwachsen werden und sich weiterentwickeln. Alles angereichert mit zauberhaften, lebendigen Charakteren.

Ich habe bisher kein Buch gelesen, das auch nur ansatzweise zwei Themen wie den zweiten Weltkrieg und Fantasy so miteinander verbunden hat. Diese Buchreihe ist wahrlich etwas Besonderes.

Charaktere:

Es gibt so viele tolle Charaktere in den drei Büchern, das ich wirklich nicht auf alle eingehen kann. Zu meinen Lieblingen gehören Bronwyn, Sharon, Enoch, Olive und ach ich möchte alle besonderen Kinder adoptieren!

Jacob Portman, unser Protagonist ist ein facettenreicher Teenager und er wächst in der Buchreihe. Dabei quälen ihn neben den ganzen Schwierigkeiten auch ganz normale Fragen und Zweifel. Er hat Angst, er liebt, er zweifelt, er ist mutig, er ist unsicher, er scheitert, er überrascht. Für mich ein wunderbarer, liebenswerter Protagonist. Ein Held, der niemals geplant hatte, einer zu sein.

Emma Bloom, das Feuermädchen, ist eine temperamentvolle, starke, großherzige Figur, die ebenfalls mit ihren Erfahrungen zu kämpfen hat. Sie ist stark, hitzköpfig, besorgt und tough. Dennoch wirkt sie immer zart und verletzlich, ohne das offensichtlich zu zeigen. Die Beziehung zwischen ihr und Jacob wirkt zart und wächst heran. Auch sie lernt und entwickelt sich.

Miss Peregrine hat nebst Band 1 eher kleine Auftritte, wobei sie immer beschützerisch und mysteriös wirkt. Sie ist eine Mutter, aber auch eine starke entschlossene Frau mit ihrer eigenen Geschichte. Ihre strenge, aber liebevolle Art und das Augenzwinkern mit dem sie an viele Situationen herangeht machen sie unfassbar sympathisch. Dennoch bleibt sie trotz allem ein Geheimnis und das liebe ich.

Caul, der Antagonist, der bis zuletzt im Schatten bleibt. Er ist ein verrückter Widerling wie er im Buche steht. Für mich war er eine der schwächeren Figuren, denn er war nur größenwahnsinnig, ein diabolischer Antagonist mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Alle anderen Figuren hatten gewisse Grautöne, aber er war zweifelsfrei einfach nur Banane. Es gab Versuche seine Motive etwas genauer zu beleuchten, aber das hat mich nicht so ganz überzeugt.

Insgesamt waren die Charaktere bunt und dreidimensional, natürlich hatte man bei der Fülle an Personen nicht die Möglichkeit alle genau kennen zu lernen, aber sie hatten trotz distinkter, auffälliger Charakteristiken auch Nuancen, die das ganze immer wieder interessant gemacht haben. Besonders der Fokus auf die Beziehungen zwischen den besonderen Kindern in Band 2 hat mir unfassbar gut gefallen.

Ende:

Ich hatte befürchtet, dass ich mich mit dem Film* von Tim Burton bezüglich des Endes gespoilert haben könnte. Gott sei Dank nicht, der Film ist wirklich etwas ganz Eigenes und sollte losgelöst davon betrachtet werden.

Das Ende hat mir gut gefallen, auch wenn für mich ein paar Fragen offenbleiben, z.B. bezüglich Fiona. Ransom Riggs hat zwar gesagt, dass er sich vorstellen kann, nochmal etwas in diesem Universum zu schreiben, aber nicht in nächster Zeit. Ich denke, wenn wir nochmal den Fokus auf Jacob und Emma hätten, würde das magische und runde Ende auch zerstört werden. Aber ich würde gerne über andere besondere Kinder lesen!

Für mich war das Ende ein schöner, ulkiger Abschluss zu einer fabelhaften Reihe und ich kann damit leben.

Die Bücher in der Einzelwertung:

Die Insel der besonderen Kinder“ *

Band 1 hat mir etwas zu langsam begonnen, auch wenn es ein recht gutes Stilmittel war, um zu zeigen wie öde Jacobs Leben ist! Als es dann endlich nach Cairnholm ging war ich gefesselt. Dieser Teil würde 4 Sterne von mir bekommen.

Die Stadt der besonderen Kinder“ *

Band 2 ist mein Lieblingsteil. Bombastisch, actionreich, mit leisen und lauten Tönen. Großartigen Einfällen und einer wunderbaren Charakterdynamik, tollen mystischen Geschichten und Elementen. 5 Sterne.

Die Bibliothek der besonderen Kinder“ *

Band 3 ist ebenso stürmisch und zackig wie Band 2, hat aber durch die Zuspitzung der Lage mehr Gefahren und Kämpfe und weniger Charaktere. Dennoch finden wir hier nochmal viele interessante Infos, Ideen und Konzepte. Außerdem haben wir Jacobs Entwicklung und die Zerrissenheit. Ein lebendiger Held, der sich auch sich selbst stellen muss.

Die Gesamtwertung:

Ich fangirle die Reihe so sehr. Ich liebe die Stimmung, den Fokus auf die Charakterentwicklung, die Talente, die Schauplätze, die Fotos.

Ich liebe alle Bücher!

Alles miteinberechnet bekommt die Reihe von mir 4,7 Seesterne, die ich auf 5 aufrunde, weil die Stärken die kleinen Schwächen einfach übertönen. Ich liebe die Reihe und ich kann sie jedem ans Herz legen, der etwas Besonderes und Einzigartiges lesen möchte.

5seesterne


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4 Kommentare zu „[Reihenvorstellung] Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder (Trilogie)

  1. Jetzt habe ich natürlich noch viel mehr Lust die Bücher zu lesen!! Der einzige Grund, aus dem ich es noch nicht längst getan habe ist die Frage, ob ich sie lieber auf Deutsch oder Englisch lesen möchte… Aber du scheinst ja wirklich von der deutschen Version begeistert zu sein. Danke für die tollen Einblicke! Da könnte es glatt passieren, dass ich mich morgen auf den Weg zur Buchhandlung mache…

    LG Maike

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Maike,
      Ich fand die deutsche Version sehr gelungen, inwiefern der Stil an der Originalvorlage ist, kann ich leider nicht beurteilen. Da es im deutschen aber nur die Taschenbücher gibt, liebäugele ich seeeehr mit dem englischen Hardcover-Schuber, weil ich die Reihe wirklich wirklich toll fand. xD *fangirlt weiter* Freut mich immer, wenn ich jemanden anstecken kann. Viel Spaß beim Lesen!
      Liebe Grüße,
      Babsi

      Gefällt 1 Person

      1. Hallo Babsi,

        Hardcover! Schuber! ❤ Da schlägt mein Herz doch auch gleich schneller. Aber meinen Geldbeutel höre ich da auch schon ächzen. Ich glaube, ich muss mir das genauer anschauen. Dir auf jeden Fall schon mal vielen Dank 🙂

        Gefällt 1 Person

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